Schlechte Noten für Billigreifen

24.02.2012

Sommerreifentest 2012: Teuer ist meist besser als billiger

Sommerreifen im Härtetest: Vorsicht bei Billigreifen. (Quelle: GTÜ)

Frühlingshafte Vorboten kündigen es an: Nicht mehr lange, bis Autofahrer wieder auf Sommerreifen umstellen sollten. Als Orientierung dienen die Ergebnisse der neuen Reifentests von ACE und GTÜ sowie von ADAC und Stiftung Warentest. Unter der Lupe waren Nass- und Trockenhaftung, Handling, Abrollgeräusch und Rollwiderstand.

Die Testergebnisse zeigen: Wem Sicherheit wichtig ist, sollte lieber auf Billigprodukte aus dem Internet verzichten.

Testergebnisse von ACE und GTÜ

Der Auto Club Europa (ACE) und die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) machten bei 15 Sommerreifen in der weit verbreiteten Größe 205/55 R16 den Härtetest: Das Ergebnis: Mit dem Preis steigt auch die Qualität. Testsieger ist der teuerste Reifen Continental Premium Contact 5. Weit abgeschlagen ist der billigste Reifen Rotalla F 108. Zum Vergleich: Beim Abbremsen aus Tempo 100 bei Nässe würde ein „Rotalla-Wagen“ mit knapp 50 Stundenkilometern in den längst stehenden „Conti-Wagen“ krachen. Ähnlich schlecht schnitten die Billigreifen von Goodride und High Performer ab.

Die Preise für einen Satz handelsüblicher Sommerreifen reichen von rund 200 Euro bis zu mehr als 400 Euro – zuzüglich des Preises für die Montage. Doch in diesem Fall warnt der ACE vor falschem Geiz, denn so unterschiedlich wie der Preis, ist auch die Qualität der Reifen.

Ergebnisse des Sommerreifentests von ACE und GTÜ

Testergebnisse von ADAC und Stiftung Warentest

Gemeinsam mit der Stiftung Warentest hat auch der ADAC Sommerreifen geprüft. In der Spitzengruppe tummeln sich auch hier die teuren Premiummodelle. Sieger in der Größe 165/70 R14 T für Kleinstwagen sind Produkte von Continental und Michelin. Der Infinity Inf-030 erhält für sein Fahrverhalten bei Nässe die Note „mangelhaft“. Insgesamt gibt es aber mit fünf guten und neun befriedigenden Produkten eine große Auswahl.

Wirklich schlecht hat von der meistverkauften Reifengröße 205/55 R16 V bei Fahrzeugen der unteren Mittelklasse im Test keiner abgeschnitten. Auch hier siegt der Continental PremiumContact 5. Fünf von fünfzehn Modellen erzielen ein „gut“ – mit Ausnahme von Semperit allesamt Premium-Reifen. Die restlichen zehn erhalten das Urteil „befriedigend“, meistens wegen Schwächen auf nasser Fahrbahn.

Weil auch kleine SUVs immer beliebter werden, hat der ADAC die dort häufigste Reifengröße 215/65 R16 H getestet. Resultat: Zwei von sieben Modellen schneiden mit „gut“ ab. Ein „mangelhaft“ geht an den Sava Intensa SUV. Fazit des ADAC: Diese Sommerreifen sind für Fahrten abseits befestigter Straßen nur bedingt geeignet.

Ergebnisse des Sommerreifentests von ADAC und Stiftung Warentest

Tipp: Wer noch alte Sommerreifen in der Garage oder in der Werkstatt hat, sollte vor dem Wechsel prüfen, ob diese wirklich noch eine weitere Saison halten. Die Profiltiefe sollte mindestens vier Millimeter betragen. Im Zweifelsfall ist es immer ratsam, die Profis in der Werkstatt zu fragen.