Sterne, Tiere und Menschen fressende Ungeheuer

Häufig genügt ein Blick und man kann einem AutoLogo sofort den Markennamen zuordnen. Aber welche Bedeutung hinter einem Logo steckt, wissen die Wenigsten. Die Geschichten der Embleme sind so vielfältig wie die Autos, die sie schmücken.

Ein Stern, ein Pferd, ein Doppelzacken, ein Kreis, ein Blitz, eine Raute, Tiere, Wappen oder auch nur ein Schriftzug. Tagtäglich begegnen uns Markenlogos. Und sie haben eine wichtige Rolle, weil über das bloße Zeichen eine ganze Reihe von Informationen und sogar Emotionen transportiert werden sollen. Wie wichtig das ist, wussten die Fahrzeugbauer schon in den Anfangstagen des Automobils, als es noch jede Menge Automanufakturen gab. Der Ursprung vieler aktueller Logos oder Embleme stammt noch aus diesen Gründertagen der Automobilindustrie. Eines der ältesten Logos ist der Löwe von Peugeot. Er wurde schon 1858 als Markenzeichen registriert, lange vor dem Start der Autoproduktion. Heutzutage investieren die Autokonzerne noch immer riesige Summen in die Entwicklung und Weiterentwicklung von Logos.

Mercedes

Eines der strahlkräftigsten Automobil­logos ist seit mehr als 100 Jahren der Mercedes-Stern. Ein kurzer Blick genügt und man denkt an große, solide, aber auch teure Autos. Angeblich war es der legendäre Firmengründer Gottlieb Daimler selbst, der den ersten Entwurf des dreigezackten Sterns in den 1870er Jahren auf eine Postkarte skizzierte. Der dreistrahlige Stern steht demnach für Daimlers Bemühen um die Motorisierung „zu Lande, zu Wasser und in der Luft“. Jeder Strahl des Mercedes-Sterns steht dabei für eines der Elemente. Ab 1910 lieferte Daimler seine Fahrzeuge mit dem frei stehenden Stern aus, ab 1926 trägt das Logo zusätzlich den Benzschen Lorbeerkranz.

Alfa Romeo

Bei Alfa Romeo bediente man sich des Stadtwappens der lombardischen Finanzmetropole Mailand, um so auch die tiefe Verbundenheit zur Heimatstadt zu zeigen. Für das Firmenlogo wurden sodann zwei tragende Elemente des Wappens übernommen: Links das rote Kreuz auf weißem Untergrund, rechts daneben befindet sich „Il Biscone“, die grüne Drachenschlange mit goldener Krone. Das rote Kreuz auf weißem Grund ist das Stadtwappen von Mailand, laut Geschichtsschreibung tauchen die Farben erstmals 1045 auf. Nicht ganz klar ist, was „Il Biscone“  ist: Schlange, Drache oder Schlange mit Drachenkopf? Ebenfalls sind sich die Quellen nicht einig darüber, ob das Tier ein Kind frisst oder ausspuckt. Das Emblem ist goldfarben eingefasst. Traditionell symbolisiert dieser Farbton Treue, Qualität und Langlebigkeit.

Porsche

Bei Porsche entspringt in der Mitte des Logos ein Pferd auf goldenem Grund. Das Pferd stammt aus dem Stuttgarter Stadtwappen, das Geweih und die schwarz-roten Streifen aus dem württembergischen Wappen und der Name vom Firmengründer Ferdinand Porsche. 1952 entstand mit Hilfe des Porsche-Chefdesigners Erwin Komenda das legendäre Porsche-Wappen,­ das seit 1957 die Fronthaube ziert.

Audi

Bei Audi symbolisieren die vier Ringe die Gründerfirmen. In den 1920er Jahren zwang die Weltwirtschaftskrise vier Unternehmen zur Fusion: Horch, Wanderer, DKW und Audi. Die Auto Union AG war geboren. Mit dem Zusammenschluss gab es auch ein Logo, das zum ersten Mal die bekannten vier Ringe beinhaltete. Die erste Version enthielt allerdings noch jeweils die Logos der vier fusionierten Firmen in den Ringen. Das heutige Logo gibt es seit der Umbenennung der Firma in „Audi AG“ im Jahr 1985. Audi ist die lateinische Übersetzung von „Hör zu“. Das wiederum bedeutet im Volksmund „Horch“.

BMW

Bayern oder Propeller? Bei BMW ist man sich nicht einig. Die eine Version besagt, dass der vierteilige blau-weiße Kreis die bajuwarischen Landesfarben symbolisiert. Für die anderen ist der Kreis ein sich drehender Propeller. Er soll darauf hinweisen, dass BMW einst Flugzeugmotoren baute. Der schwarze Außenring rührt aus dem Logo der BMW-Vorgängerfirma Rapp Motorenwerke her. Wie dem auch sei, immerhin hat das sehr ausgewogen wirkende Markenzeichen seine eindrucksvolle Grundgestalt bis heute bewahrt.

Peugeot

Die Gebrüder Peugeot hatten zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch Metallsägen und Sägeblätter hergestellt. Der Löwe im Logo ihrer Autos ist gewissermaßen eine Hommage an die Anfänge ihres Aufstieges. Denn er steht für die drei Qualitäten der Sägeblätter: die Robustheit der Sägezähne, die Elastizität der Klinge sowie den schnellen Schnitt.

Ferrari

Enzo Ferrari hat das Pferd einem italienischen Adligen abgeschaut, der im Ersten Weltkrieg ein berühmter Kampf­pilot der Kavallerie war und bei einem Absturz ums Leben kam. Sein Flugzeug zierte das Cavallino Rampante. Ferrari übernahm das Pferd als eine Art Glücksbringer für seinen Rennwagen. Der gelbe Hintergrund verweist auf die Stadtfarben von Modena.

Renault

Zuerst rund, zierte ab 1925 ein auf der Spitze stehendes Parallelogramm die Haube des neuesten Modells Renault 40 CV – der Rhombus war geboren. Der Automobilhersteller griff den Zeitgeist der 20er Jahre auf: Die Stilrichtung des Kubismus lag im Trend. 1972 bekam das Logo durch eine geschickte Art der Linienführung eine dreidimensionale Anmutung.

Skoda

Der Ring symbolisiert die Allseitigkeit der Produktion, die Vollkommenheit der Fertigung, den Erdball und die Welt. Die Feder deutet auf den technischen Fortschritt und die Spannweite des Produktionsprogramms, während der Pfeil die modernen Fertigungsmethoden und die hohe Arbeitsproduktivität kennzeichnet. Das Auge weist auf die Genauigkeit der Fertigung, technischen Scharfsinn und Überblick hin.